Vier beliebte Heckenpflanzen im Porträt

Beliebteste Heckenpflanzen BlogartikelHecken zu pflanzen und zu pflegen sind essentielle Gartenarbeiten, die in fast jedem Garten anfallen. Deshalb haben wir uns entschlossen, Euch in diesem Blogbeitrag eine Übersicht über dieses Thema zu geben. Dazu stellen wir Euch nach einer kurzen Einführung vier bekannte und bei deutschen Gärtnern sehr beliebte Heckenpflanzen vor und bringen Euch deren Eigenarten etwas näher. Außerdem erwarten Euch hilfreiche Pflanz- und Pflegetipps aus der Praxis, zum Beispiel hinsichtlich des besten Zeitpunkts für den jährlichen oder halbjährigen Heckenschnitt.

Heckenpflanzen: Begriffe und Hintergründe

Eine Hecke ist ein idealer Sicht- und Windschutz und eine günstige Alternative zu Zaun und Mauer als Grundstücksabgrenzung. Wenn Ihr eine Hecke pflanzen möchtet, könnt Ihr grundsätzlich zwischen immergrünen- und laubabwerfenden Hecken wählen. Immergrüne Heckenpflanzen, wie z.B. die Kirschlorbeer- oder Eibenhecke, garantieren Euch einen ganzjährigen Sichtschutz. Laubabwerfende Heckensträucher, wie beispielsweise die Liguster- und Buchenhecke, verlieren dahingegen in kalten Wintern in der Regel ihre Blätter. Ist der Winter jedoch mild, besteht insbesondere bei Buchenhecken eine gute Chance, dass die Blätter bis ins Frühjahr haften bleiben und erst beim Austrieb der frischen Knospen abfallen.

Die im vorherigen Abschnitt genannten Heckenpflanzen unterscheiden sich erheblich in puncto Wachstum. Eine noch junge, immergrüne Eibenhecke wächst beispielsweise nur 5 bis 10 Zentimeter (cm) pro Jahr. Es kann somit 10 Jahre und länger dauern, bis die Eibe eine Höhe von 1,50 m erreicht hat. Möchtet Ihr möglichst schnell einen Sichtschutz haben, sollten die Eiben-Setzlinge beim Kauf daher mindestens 60 cm hoch sein, da sie dann schon deutlicher schneller, d.h. mit etwa 20 bis 30 cm pro Jahr, wachsen.

Die laufabwerfenden Liguster- und Buchenhecken wachsen dahingegen bei guten Bedingungen von Beginn an etwa 50 cm pro Jahr. Wer 1 Meter (m) hohe Ligusterhecke setzt, hat nach zwei Jahren einen Sichtschutz von ungefähr 2 m. Bei der Buchenhecke beträgt das Wachstum etwa 40 cm pro Jahr, so dass 1 m hohe Jungpflanzen bei guten Bedingungen nach 2 Jahren 1,80 m hoch sein können. Um ein sauberes ebenso wie dichtes Pflanzenwachstum sicherzustellen, solltet Ihr auch regelmäßig die Hecke schneiden.

Die beliebtesten Hecken im Kurzporträt

Ligusterhecke

Der laubabwerfende Liguster zählt zu den populärsten Heckenpflanzen in unseren Gärten. Dies kann zum einen sicherlich mit den relativ geringen Anschaffungskosten begründet werden. Zum anderen liegt das aber auch an den Eigenschaften der Ligusterhecke. Diese ist nämlich winterhart, sehr schnittverträglich und anspruchslos. Aus diesen Gründen könnt Ihr auf fast allen Böden und an allen Standorten eine Ligusterhecke pflanzen. Das Pflanzloch wird idealerweise mit Hornspänen gedüngt und gut gewässert. Eine Schicht aus Rindenmulch speichert die Feuchtigkeit und beugt der Unkrautbildung vor. Die besten Zeitpunkte um eine Ligusterhecke zu pflanzen sind Frühjahr und Herbst.

Heckenpflanzen, wie der oval-blättrige Liguster, verlieren eigentlich nur in sehr kalten Wintern ihre Blätter. Doch auch ohne Blattwerk garantieren die stark verzweigten Hecken einen guten Sichtschutz. Eine ausgewachsene Ligusterhecke kann, je nach Sorte, zwischen 2 und 5 m hoch werden. Die Ligusterhecke schneiden solltet Ihr gegen Ende Februar und im August, um ein dichtes, formschönes Grün der Hecke sicherzustellen. Falls Ihr noch nicht über die passende Schere verfügt, findet Ihr bei uns auch eine Auswahl an möglicherweise passenden Akku-Heckenscheren.

Achtung: Im Sommer trägt die kleinblättrige Heckenpflanze cremeweiße Blüten, aus denen sich giftige Beeren entwickeln. Wenn Ihr einen kindgerechten Garten anlegen möchtet, solltet Ihr deshalb keine Ligusterhecke pflanzen.

Buchenhecke

Buchenhecken gehören in unseren Breitengarden zu den typischen Gartenbegrenzungen. Die Heckenpflanzen wachsen schnell und sind schnittverträglich. Wer sich dazu entschließt, eine Buchenhecke zu pflanzen, profitiert zudem im Sommer von einem grünen Sichtschutz. Da Buchen ihr Laub erst verlieren, wenn sie im April bzw. Mai austreiben, bilden die vertrockneten Blätter vom Herbst bis ins Frühjahr blickdichte Begrenzungen. Das Anlegen von Buchenhecken sollte, wie bei anderen laubabwerfenden Heckenpflanzen, idealerweise im Herbst geschehen. Die Buchenhecke schneiden solltet Ihr zweimal jährlich – zunächst Ende Februar und dann noch einmal nach der Sommersonnenwende am 24. Juni.

Grundsätzlich muss jeder, der eine Buchenhecke pflanzen möchte, zunächst einmal zwischen Hain- und Rotbuche unterscheiden. Beide Pflanzen erreichen im ausgewachsenen Zustand eine Höhe von bis zu 4 m. Buchenhecken bevorzugen sonnige bis halbschattige Stellen im Garten. Eine Hainbuche toleriert allerdings auch Schatten und ist darüber hinaus auch weitaus anspruchsloser im Kontext Bodenqualität. Wer einen Garten mit saurem und kalkreichen Boden besitzt, kann problemlos eine Hainbuchenhecke pflanzen. Möchtet Ihr allerdings eine Rotbuchenhecke pflanzen, sollte die Erde jedoch nährstoffreich sein und einen hohen Lehmanteil besitzen.

Zur Optimierung der Pflanzbedingungen für Rotbuchenhecken wird der Erdaushub oftmals mit organischem Dünger oder reifem Kompost gemischt. Grundsätzlich ist kein großer Aufwand notwendig, um eine Buchenhecken zu pflegen. Regelmäßige Rückschnitte und Düngungen reichen in aller Regel aus. Bei Schädlingsbefall wird, falls natürliche Mittel nicht helfen, die Anwendung von Pflanzenschutzmittel empfohlen.

Eibenhecke

Eibenhecken sind immergrüne, schnittverträgliche und winterharte Nadelgehölze, die bis zu 20 Meter hoch werden können. Daher werden diese Pflanzen auch seit Jahrhunderten als Umgrenzung geschätzt. Sie fühlen sich im Halbschatten besonders wohl, vertragen aber auch volle Sonne. Möchtet Ihr eine Eibenhecke pflanzen, dann bieten bieten sich der Herbst und das Frühjahr an. Die Eibenhecke schneiden sollte man laut herkömmlicher Meinung einmal im Jahr, idealerweise um den Johannistag am 24. Juni. Diverse Experten raten jedoch dazu, den Zeitpunkt für den Heckenschnitt in das Frühjahr zu legen, da das Gehölz zu dieser Zeit ja besonders stark austreibt.

Eiben gedeihen zwar auf jedem durchlässigen Boden, bevorzugen aber eine lehmige und kalkhaltige Erde. Auch auf leichten, schwach sauren Untergründen könnt Ihr eine Eibenhecke pflanzen. Damit der pH-Wert konstant bleibt, sollte das Pflanzloch mit Kompost angereichert werden. Dies hilft der Heckenpflanze bei der Bildung ausreichend vieler Wurzeln, um auch sicher durch den ersten Winter zu kommen.

Die Heckenpflanze bringt allerdings auch einige Nachteile mit sich. Zunächst einmal wächst die Pflanze nur sehr langsam. Daher ist es empfehlenswert, einen bereits höher gewachsenen Steckling zu kaufen, wenn man eine Eibenhecke pflanzen will. Allerdings sind diese in der Anschaffung relativ teuer. Eine 60 cm hohe Eibenhecke kostet in aller Regel bereits zwischen 8 und 10 Euro. Darüber hinaus sind sowohl die Nadeln als auch die Samen der Eibenhecke giftig. Daher eignen sich Eibenhecken auch nicht für Gärten mit Kindern.

Kirschlorbeerhecke

Der immergrüne Kirschlorbeer ist eine aus Asien stammende Heckenpflanze, die je nach Sorte feste, dunkelgrüne Blätter von unterschiedlichem Durchmesser besitzt. Wer eine Kirschlorbeerhecke pflanzen möchte, muss sich über Standort und Bodenbeschaffenheit keine Gedanken machen. Die Heckenpflanzen gedeihen problemlos auf allen Untergründen und fühlen sich an allen Standorten wohl, bevorzugen aber Halbschatten und Schatten. Da Kirschlorbeerhecken sehr robust sind, vertragen sie Frost genauso gut wie sommerliche Trockenperioden. Die schnell wachsende Heckenpflanze kann bis zu 50 cm pro Jahr an Höhe und bis zu 35 cm an Breite gewinnen.

Ausgewachsen wird Kirschlorbeer bis zu 6 m hoch. In kleinen Gärten ist es deshalb weniger empfehlenswert, eine Kirschlorbeerhecke zu pflanzen. Kirschlorbeer verlangt im zeitigen Frühjahr und Ende Juli einen Rückschnitt. Abhängig von der Größe und Dicke der Triebe solltet Ihr für das Schneiden der Hecke auf eine Schere mit stärkerem Motor zurückgreifen. Im Akkubereich wären bspw. die 36 Volt Akku-Heckenschere AHS 5420 LI von Bosch oder die Makita DUH 551 valide Optionen.

Die bevorzugte Pflanzzeit für die Kirschlorbeerhecke ist der Frühherbst. Um die Wurzelbildung anzuregen, wird vor dem Pflanzen der Aushub mit einem Langzeit-Dünger gemischt. Im Spätsommer schützt eine Düngung mit Patentkali die Heckenpflanzen vor späteren Frostschäden. Da Kirschlorbeer stark in der Breite wächst, sind ein Pflanzabstand von 80 bis 100 cm und ein regelmäßiger Rückschnitt empfehlenswert.

Welche Heckenpflanze passt zu mir?

Wenn Ihr einen pflegeleichten und schnellwachsenden Hecken-Allrounder für Euren Garten sucht, solltet Ihr eine Ligusterhecke pflanzen. Liguster-Heckenpflanzen sind preiswert, robust und sehr schnittverträglich. Unter den laubabwerfenden Heckensträuchern sind außerdem die Hain- und Rotbuche beliebt. Die beiden Sorten unterscheiden sich optisch kaum, aber in puncto Standort und Pflanzbedingungen ist eine Hainbuchenhecke wesentlich anspruchsloser.
Wer eine Eibenhecke pflanzen möchte, muss bedenken, dass die immergrünen Nadelgehölze sehr giftig und für einen Familiengarten ungeeignet sind. Ansonsten zählt die dunkelgrüne Eibe zu den schönsten und langlebigsten Heckenpflanzen. Kirschlorbeerhecken eignen sich aufgrund ihres schnellen Wachstums in Höhe und Breite nur für größerer Gärten.

Alle Hecken müssen regelmäßig geschnitten werden. Eine Düngung mit Hecken-Dünger oder Hornspänen sorgt während der Vegetationsperiode für eine ausgewogene Nährstoffversorgung bei allen Heckenpflanzen. Wenn Schädlinge wie echter Mehltau oder Blattläuse der Hecke zusetzen, können neben Hausmitteln auch bienenfreundliche Insektizide angewandt werden.

Abschließend findet Ihr in der folgenden Tabelle eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Informationen, die Ihr benötigt, um die am besten zu Euch passende Heckenpflanze auszuwählen:

HeckenpflanzenLigusterBucheEibeKirschlorbeer
Ist die Hecke immergrün oder blattabwerfend?AbwerfendAbwerfendImmergrünImmergrün
Wann sollte man die Hecke pflanzen?Frühjahr oder HerbstHerbstFrühjahr oder HerbstHerbst
Welcher Boden ist ideal?Fast alle BödenFast alle Böden*Kalkhaltige ErdeFast alle Böden
Wie schnell wächst die Hecke?ca. 50cm/Jahrca. 40cm/Jahrmax. 30cm/Jahr**ca. 50cm/Jahr
Wie hoch wird die Hecke?2-5mbis zu 4mbis zu 20mbis zu 6m
Wann sollte man die Hecke schneiden?Ende Februar und AugustEnde Februar und Ende JuniEnde JuniMärz und Ende Juli
Tabelle 1: Entscheidungsvorlage für den Heckenkauf
* Für Rotbuchenhecke: Nährstoffreiche, kalkhaltige Erde.
** ab 60 cm, falls kürzer ggf. auch nur 5-10 cm pro Jahr.